Das Projekt KERNiG

Das Projekt KERNiG ist ein auf drei Jahre angesetztes Forschungsprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. Beteiligt sind neben den Modellstädten Leutkirch im Allgäu und Waldkirch bei
Freiburg Forschungseinrichtungen aus Deutschland und der Schweiz. Die Federführung liegt bei der Universität Freiburg. Im Projekt werden die kommunalen Ernährungsstrukturen untersucht, also der Frage nachgegangen, wie die Stadt, wie die Menschen sich ernähren und wie sie mit Lebensmitteln versorgt werden. Wenig bekannt ist, dass etwa ein Drittel der Umwelt- und Klimabelastungen, die jeder Mensch verursacht, aus der Ernährung kommt. Im Projekt KERNiG soll nach Möglichkeiten gesucht werden, wie durch eine gezielte Stadt- und Regionalplanung die Umwelt- und Klimaauswirkungen aus dem Bereich „Ernährung“ verringert werden können.

Was sind kommunale Ernährungsstrukturen?

Zunächst einmal haben alle Einwohner einer Stadt tagtäglich mit dem Thema „Ernährung“ zu tun. Es gibt darüber hinaus aber viele Menschen, die sich in ganz unterschiedlichen Funktionen, egal ob beruflich oder durch ein Ehrenamt, vertieft mit Ernährung befassen. Das kann sich auf einer oder mehreren der folgenden Ebenen abspielen.

Produktion: Darunter wird die Erzeugung von Grundlebensmitteln wie Milch, Fleisch oder Getreide verstanden. Wichtige Akteure sind zum Beispiel Landwirte und Bauernverbände.

Verarbeitung: Dabei werden Grundlebensmittel zu Speisen verarbeitet. Wichtige Akteure sind dabei zum Beispiel Molkereien, Bäcker, Metzger oder Wirte.

Versorgung: In der Versorgung wird sichergestellt, dass die Lebensmittel den Verbraucher erreichen. Wichtige Akteure sind zum Beispiel Händler, Speditionen und auch in diesem Bereich Wirte.

Entsorgung: Dieser oft vernachlässigte Bereich betrifft alle Lebensmittel, die nicht mehr verzehrt werden. Wichtige Akteure sind zum Beispiel die Müllentsorgung und Biogasanlagen.

Was genau wird untersucht?

In einem ersten Schritt werden alle vorhandenen Aktivitäten im Bereich „Ernährung“ untersucht. Das ist aber nicht nur die Lebensmittelversorgung selbst, vielmehr werden die bereits bestehenden Betriebe, Projekte und Initiativen erfasst und bewertet. Außerdem werden vorhandene Netzwerke, die zu Grunde liegenden politischen Strukturen, der Zusammenhang von Wissen und Tun sowie die Einkaufs- und Essgewohnheiten der Bevölkerung
betrachtet.

Welche Vorteile bringt das Projekt für Leutkirch?

Zuerst ist es interessant zu erkennen, wie eine Stadt in der Größe der beiden Modellkommunen mit Lebensmittel versorgt wird und in welchen Bereichen der Stadt das Thema Ernährung eine Rolle spielt. KERNiG ist aber vor allem ein umsetzungsorientiertes Projekt. Während der Projektlaufzeit werden konkrete Maßnahmen vor Ort umgesetzt. Diese werden zusammen mit Leutkircher Fachleuten und Bürgern ausgearbeitet und können auf den verschiedenen Ebenen ansetzen. Mit den Ergebnissen aus dem Forschungsprojekt können die Maßnahmen zielgerichtet und wirkungsvoll angegangen werden.
Die Menschen in Leutkirch sollen für das Thema Ernährung sensibilisiert werden. Dadurch können sich Einkaufsund Essgewohnheiten ändern und bewusster gestaltet werden unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und der Gesundheit. Durch KERNiG sollen Maßnahmen angestoßen werden, die zu einer gesunden, regionalen, saisonalen und umwelt- und klimaschonenden Ernährung führen. Die Maßnahmen sollen über die Laufzeit von KERNiG hinaus einen langfristigen Ansatz haben und sich dauerhaft selbst tragen.

Forschungsvorhaben

KERNiG wird während der Projektlaufzeit von 10/2016 bis 09/2019 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Sozial-ökologischen Forschung (SÖF) zum Themenschwerpunkt „Nachhaltige Transformation urbaner Räume" gefördert.

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