Naturdenkmal Nr. 65/23 "Streuwiese Mühlhof"

Beschreibung

Das Feuchtgebiet gliedert sich in eine feuchte Nasswiese im nordöstlichen Drittel, der Mittelteil ist eine Pfeifengras–Streuwiese mit Übergängen zu Kleinseggen-Flachmooren und Kalkflachmooren mit südlich anschießenden Schlenken und Schwingrasen, das Süd-Ende wird wiederum von einer Nasswiese eingenommen. Laubgehölze sind spärlich (Grauerle und Traubenkirsche).

Besonders schützenswert sind:
  • Die Kombination verschiedener Sukzessionsstufen vom Schwingrasten zum Flachmoor mit dem damit verbundenen Artenreichtum
  • Die extensiv genutzten Flächen als Ausgleich für die umgebende Intensivnutzung und als Ökozelle zur Sicherung von Lebensgemeinschaften.
  • Das Biotop als Glied einer Biotopvernetzung im Mühlbachtal und als landschaftsprägendes Element
  • Der seltene Fall, dass die Streuwiese noch die ganze Breite der Talmulde einnimmt
  • Das reiche Vorkommen an gefährdeten und geschützten Arten, darunter vier Pflanzenarten, die in Baden-Württemberg stark bedroht sind:
    Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)
    Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnate)
    Kleines Knabenkraut (Orchis morio)
    Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia)
    Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopea)
    Sumpfstendelwurz (Epipactis palustris)
    Großes Zweiblatt (Listera ovata)
    Mehlprimel (Primula farinosa)
    Gemeines Fettkraut (Pinguicula vulgaris)
    Sumpfherzblatt (Parnassia palustris)
    Weidenblättriger Alant (Inula salicifolia)
    Langblättriger Sonnentau (Drosera anglica)
    Fieberklee (Menyanthes trifoliata)
    Kleiner Wasserschlauch (Utricularia minor)
    Niedrige Schwarzwurzel (Scorzonera humilis)
    Trollblume (Trollius europaeus)
    Einspelzige Sumpfbinse (Eleocharis uniglumis)
    Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
    Davall-Segge (Carex davalliana)
    Faden-Segge (Carex lasiocarpa)

Gefährdung

Das wertvolle Biotop wird durch Düngereintrag und durch Eingriffe in seinen Wasserhaushalt bedroht. Ein Pflegevertrag über 1.23 ha sichert die Späthmahd.