Leitbild für die Sanierung

Für die dauerhafte Sanierung eines Gewässers reicht es nicht aus, nur die oberflächlichen Symptome zu behandeln. Wenn man nicht die tieferliegenden Ursachen erkennt und beseitigt, werden zwangsläufig immer wieder Fehlentwicklungen und Probleme auftreten. Außerdem liegen Ursachen und deren Wirkungen oft räumlich weit auseinander. Man darf die Lösungen daher nicht am falschen Ort in Angriff nehmen. Es wird vielmehr ein langfristiges und zielgerichtetes Konzept benötigt, das eine anhaltend „natürliche“ Entwicklung eines Gewässers sowie seines Einzugsgebietes gewährleistet. Was ist aber ein „natürliches Gewässer“?

Das Leitbild der zukünftigen Entwicklung und Nutzungen der Zuflüsse zum Ellerazhofer Weiher und deren Einzugsgebiet ist wie folgt charakterisiert:
  • Naturnaher Lebensraum für feuchtgebietsspezifische Lebensgemeinschaften, sowohl am Gewässer als auch im weiteren Gewässerumfeld.
  • Erhaltung und Wiederherstellung einer natürlichen Gewässerstruktur und Gewässerumfeldes
  • Transportweg für Pflanzen und Tiere
  • Rückhaltung und Ausgleich des Wasserabflusses und der Nährstoffeinträge
  • Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum des Menschen
Eine naturnahe Entwicklung der Zuflüsse zum Ellerazhofer Weiher gemäß dem neuen Wassergesetz von 01.01.1996 ist anzustreben. Dieser Grundsatz der naturnahen Entwicklung des Gewässers soll sich somit auch als „roter Faden“ im entwickelten Leitbild widerspiegeln

Die Reduzierung des Nährstoff- und Sedimenteintrages in die Fließgewässer spielt insbesondere für das Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen eine wichtige Rolle, um die Funktion der Gewässer als Lebensraum, Erholungsgebiet und Wirtschaftsraum auch zukünftig zu erhalten. Im gesamten Einzugsgebiet und nicht nur in unmittelbarer Gewässernähe sollten deshalb Maßnahmen zur Reduzierung des Nährstoff- und Sedimenteintrages, wie Düngeextensivierung, Schaffung von Gewässerrandstreifen, Entwicklung von Ufergehölzsäumen, etc. umgesetzt werden.