Naturdenkmal Nr. 65/08 "Altarm der Aitrach nördlich Lauben"

Beschreibung

Das Feuchtgebiet besteht aus dem ehemaligen Flusslauf der Aitrach mit Quellaustritten, pflanzenreichen Wasserflächen und sehr unterschiedlich ausgebildeten Verlandungsbereichen. Der Arm ist stark gewunden und deshalb interessant strukturiert in etwa 14 verschiedene Vegetationsformen mit entsprechend großem Artenreichtum.

Besonders schützenswert sind:

  • Die starken Quellaustritte als landeskundlich interessante Erscheinung und als Zeuge geologischer Gegebenheiten
  • Der Altarm mit seiner beachtlichen Länge von etwa 1900 Metern, seinem stark wechselnden Wasserstand und seinen vielen verschiedenen Vegetationsformen als wichtigstes Glied eines Biotopverbunds im Bereich Lauben und darüber hinaus, womit Rückzugs- und Migrationsräume für den notwendigen Populationsaustausch zwischen vielen Lebensgemeinschaften stattfinden kann
  • Das artenreiche Vegetationsmosaik mit folgenden Formen und Artenzahlen:                                                                             Armleuchterrasen (4)
    Tauchpflanzen (13)
    Schwimmblattpflanzen (3)
    Amphibische Formen (7)
    Schilfröhricht (7)
    Rohrglanzgrasröhricht (20)
    Steifseggenbestände (13)
    Schnabelseggenbestände (31)
    Wasserschierlingbestände (11)
    Schlankseggenbestände (30)
    Sumpfseggenbestände (40)
    Rispenseggenbestände (14)
    Mädesüß-Uferfluren (46)
    Brennnessel-Giersch-Säume (58)
    Gehölze (12)
  • Die unmittelbare Vernetzung mit extensiv bewirtschaftetem und deshalb ebenfalls artenreichem Wirtschaftsgrünland mit 95 Arten und Mähweiden mit 72 Arten, was zusammen mit dem Altwasser 246 verschiedenen Pflanzenarten den notwendigen Lebensraum bietet
  • Das Vorkommen besonders bedrohter und geschützter Arten:
    Alpen-Laichkraut (Potamogeton alpinus)
    Wasserfeder (Hottonia palustris)
    Fieberklee (Manyanthes trifoliata)
    Gewöhnlicher Wasserschlauch (Utricularia vulgaris)
    Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata)
    Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)
    Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens)
    Violetter Silberfalter (Brenthis ino)
    Ockergelber Dickkopffalter (Ochlodes venatus)

Gefährdung

Das Biotop wird bedroht durch Aufschüttungen, durch Düngereinflüsse aus der Umgebung und durch Intensivierung der fischereilichen Nutzung, ferner durch Viehtritt am Ufer und zu frühes Ausmähen. Bei der strukturellen Vielfalt des Gebiets ist ein Pflegeplan notwendig. Die dringend erforderliche Pufferzone zur intensiv genutzten Nachbarfläche sollte möglichst erworben oder durch einen Pflegevertrag gesichert werden.