Naturdenkmal Nr. 65/05 "Feuchtgebiet nördlich Adrazhofen" 

Beschreibung

Das Biotop gliedert sich in Schilfwiesen und Hochstaudenfluren, lokal sind Flachmoorbildungen zu erkennen. Der südöstliche Teil wird von einer Quellwiese mit Hochstaudenflur eingenommen. Sie speist den Riedlesmühlebach, der das Biotop durchfließt. Pestwurzfluren säumen seine Ufer. Gräben durchziehen die von Auffüllungen im Westen und Osten begrenzte Fläche. Zwischen zum Teil starkem Aufwuchs von Weiden, Erlen und Pappeln liegt eine kleine Wasserfläche versteckt.

Besonders schützenswert sind:

  • Die Schilfwiesen und Hochstaudenfluren als Ausgleichsflächen für intensiv genutzte Landschaftsteile und als Ökozellen zur Sicherung von Lebensgemeinschaften, sowie als Landschaftsprägendes Element zwischen Industrieanlagen und Ortschaft, verstärkt durch Gehölzaufwuchs an den Terassenkanten
  • Quellwiese als Zeuge geologischer Vorgänge und wegen ihrer Bedeutung als Zufluss des Riedlesmühlebachs und zur Förderung der biologischen Selbstreinigung im belasteten Zufluss des Leutkircher Badesees „Stadtweiher“
  • Flachmoorbildungen mit ihren artenreichen Lebensgemeinschaften mit geschützten und bedrohten Pflanzen- und Tierarten:                                                                                       Mehlprimel (Primula farinosa)
    Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)
    Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata)
    Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris)
    Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopea)
    Trollblume (ollius europaeus)
    Fieberklee (Menyanthes trifoliata)
    Färberscharte (Anthemis tinctoria)
    Große Pechlibelle (Ischnura elegans)
    Rundaugen-Mohrenfalter (Erebia medusa)
    Brauner Waldvogel (hantopus hyperantus)
    Geißklee-Bläuling (Plebejus argus)

Gefährdung

Bedroht wird das Feuchtgebiet durch Ausdehnung des Industriegebietes, durch seitliche Aufschüttungen und im Quellbereich durch Düngereintrag. Die Schilf- und Hochstaudenflächen sollten jährlich durch Spätmahd gepflegt werden. Die Fichtenaufforstung im Osten sollte in einen Laubholzrand umgewandelt werden.