Naturdenkmal Nr. 65/26 "Nannenbacher Ried"

Beschreibung

Das Nannenbacher Ried besteht aus einem Torfstich mit nicht abgestochenen, trockenen Teilen, die als Torfstichwald ausgeprägt sind. In den abgetorften Bereichen gibt es Zwischenmoor- und Schwingrasenbildungen mit zum Teil noch offenen Wasserflächen. Am Süd-Ende findet man einen Übergang von Pfeifengraswiesen in artenreiche Nasswiesen zum Teil mit Großseggen- und Hochstaudenbeständen. Die Pfeifengrasstreuwiesen treten am Nordende flächig hervor, im Nordwesten ebenfalls mit Übergängen zu Schwingrasen. Im ganzen Gebiet stehen Buschformationen, meist mit Birke, Faulbaum, Ficht, Moorkiefer sowie der bestandbildenden Ohrweide.

Besonders schützenswert sind:
  • Die Kombination verschiedener Kleinbiotope als Lebensraumvielfältiger Flora und Fauna, vor allem durch den kleinflächigen Wechsel zwischen Moorwald und Freiflächen
  • Die Moor- und Gebüschformationen sowie die artenreichen Pfeifengras- und Nass-wiesen als Ausgleichsflächen für Intensivnutzung
  • Die natürliche Sukzession des Hochmoores mit ihren typischen Vegetationsfolgen als landschaftsprägendes Element im äußersten Ende eines kleinen Gletscherzungen-Beckens vor der Jungendmoräne
     
  • Das überaus reiche Vorkommen seltener und geschützter Pflanzen- und Tierarten, darunter zwei Seggen-Arten, die in Baden-Württemberg stark bedroht sind:                                       Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)
    Fleischrotes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata)
    Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)
    Sumpfstendelwurz (Epipactis palustris)
    Fieberklee (Menyanthes trifoliata)
    Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia)
    Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustris)
    Straußblütiger Gilbweiderich (Lysimachia thyrsiflora)
    Sumpf-Veilchen (Viola palustris)
    Sumpfblutauge (Comarum palustris)
    Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea)
    Andromeda-Heide (Andromeda potifolia)
    Moosbeere (Oxycoccus palustris)
    Draht-Segge (Carex diandra)
    Schlamm-Segge (Carex limosa)
    Alpenhaargras (Trichophorum alpinum)

Gefährdung

Bedroht wird das Ried durch Aufforstung sowie durch randliche Intensivierung. Gepflegt wir es bisher durch einen Pflegevertrag über 0.37 von2.56 Hektar durch Spätmahd. Der kleinflächige Wechsel von Freiflächen, Buschwerk und Moorwald muss auch künftig bei der Bestandspflege erhalten werden.