Friesenhofen

Ein­woh­ner

748 (Stand 31.08.2018)

La­ge

Mit ei­ner Flä­che von 1287 ha liegt die Ort­schaft Frie­sen­ho­fen idyl­lisch am West­hang der Ade­legg. Sie be­steht aus den Orts­tei­len Rim­pach, Ell­me­ney und Bahn­hof.

Ge­schich­te

Luftbild FriesenhofenDer Orts­na­me Frie­sen­ho­fen deu­tet auf die Be­sie­de­lung durch die Ale­man­nen um 500 hin. Ei­ne neue Epo­che lei­te­te die Chris­tia­ni­sie­rung (um 700) ein. Wäh­rend in dem Ge­biet um Leut­kirch die dor­ti­ge Leu­te­kir­che kirch­li­cher Mit­tel­punkt war, lag Frie­sen­ho­fen im Aus­strah­lungs­be­reich des Be­ne­dik­ti­ner­klos­ters Is­ny, in des­sen Klos­ter­chro­nik, Ort und Kir­che 1176 er­wähnt sind. Un­ter Abt Jo­han­nes Asnank (1398 bis 1406) wur­de die Kir­che Frie­sen­ho­fen in das Klos­ter in­cor­po­riert. Schon 1353 hieß das Land­ka­pi­tel Is­ny ei­ni­ge Zeit Land­ka­pi­tel Frie­sen­ho­fen, ein Be­weis für die be­deu­ten­de Stel­lung der Pfar­rei.

Abt Ge­org Stüd­lin, ein Leut­kir­cher, bau­te 1490 ei­ne neue Kir­che als wehr­haf­te An­la­ge ober­halb des Dor­fes. Sie ist den Hei­li­gen Pe­ter und Paul ge­weiht. Die Kir­che er­hielt 1881/82 ei­nen neu­go­ti­schen Hoch­al­tar aus der Werk­statt Metz, Ge­braz­hofen. Die schö­ne Kan­zel und ein Vor­tra­ge-Kreuz stam­men von dem „Meis­ter aus Frie­sen­ho­fen, Kon­rad He­ge­nau­er“. Kon­rad He­ge­nau­er wirk­te von 1756 bis 1807 in Frie­sen­ho­fen.

Luftbild Rimpach Im Orts­teil Rim­pach, in dem das Jagd­schlöss­chen steht, das 1989 re­no­viert wur­de, be­fin­det sich das be­son­de­re Klein­od, die aus dem 14. Jahr­hun­dert stam­men­de Ka­pel­le, die dem Hei­li­gen Sankt Le­on­hard ge­weiht ist. Auch im klei­nen, ab­ge­le­ge­nen Wei­ler Ell­me­ney, am Weg zum Her­ren­berg, steht ei­ne klei­ne Ka­pel­le, die 1736 ge­baut wur­de, ein klei­nes, klo­bi­ges Kunst­werk.

Aus der wirt­schaft­li­chen La­ge des 19. Jahr­hun­derts sind die Ver­hält­nis­se so ge­schil­dert: Hier ge­dei­hen die Win­ter­früch­te vor­züg­lich. Auch blü­hen der Flachs­bau und der Holz­han­del. Frie­sen­ho­fen ist ei­ne der wohl­ha­bends­ten Ge­mein­den des Ober­amts. Das 19. Jahr­hun­dert brach­te dann mehr die Um­stel­lung der bäu­er­li­chen Be­trie­be. Ge­trei­de- und Flach­s­an­bau tra­ten in den Hin­ter­grund und mach­ten der Grün­land­wirt­schaft Platz.

Nach dem Bau der Bahn­li­nie Leut­kirch-Is­ny (1874) ent­wi­ckel­te sich der Bahn­hof Frie­sen­ho­fen zu ei­nem wich­ti­gen Um­schlag­platz aus den Sä­ge­wer­ken des Eschachta­les. Ei­ne wei­te­re auf­stre­ben­de Ent­wick­lung er­reicht Frie­sen­ho­fen mit den zahl­rei­chen Dorf­hand­wer­kern wie Schmie­de, Wag­ner, Re­chen­ma­cher, Tep­pich­we­be­rei, Müh­len­bau­er. Un­mit­tel­bar nach dem zwei­ten Welt­krieg ent­stan­den Ge­wer­be­be­trie­be. Jah­re nach der Stil­le­gung der Bahn­li­nie ent­stand auf dem Bahn­ge­län­de ein Ge­wer­be­ge­biet mit der­zeit elf Be­trie­ben.

Da­ge­gen ist Frie­sen­ho­fen für den Frem­den­ver­kehr noch nicht „at­trak­tiv" ge­nug, ob­wohl sich 1888 Hit­zen­lin­de zu ei­nem Ba­de­ort ent­wi­ckel­te und ei­ne Kur­lis­te ge­führt wur­de, bei der es auch ge­blie­ben ist, und zu­dem nam­haf­te Per­so­nen das Bad an der Eschach ge­nutzt ha­ben.

1900 wur­den Schul- und Rat­haus ge­baut. Da­zu kam 1910 ei­ne zu­sätz­li­che Schu­le. 1970 wur­de auf dem Eb­nat ei­ne neue Grund­schu­le mit Turn­hal­le und Sport­an­la­ge ge­baut. In der Jah­ren 1968/69 ent­stan­den ein Kin­der­gar­ten und ei­ne Aus­seg­nungs­hal­le.

1905 bis 1912 ent­stan­den pri­va­te Was­ser­ver­sor­gun­gen. Erst 1954 bau­te die Ge­mein­de ei­ne öf­fent­li­che Was­ser­ver­sor­gung. In den 90er Jah­ren wur­de die Orts­ka­na­li­sa­ti­on, ver­bun­den mit dem Aus­bau der Er­schlie­ßungs­stra­ßen ver­wirk­licht, was auch ein Mit­wir­ken von den Bür­gern ab­ver­lang­te. Frie­sen­ho­fen be­tei­lig­te sich 2000 beim Kreis- Wett­be­werb "Un­ser Dorf soll schö­ner wer­den - un­ser Dorf hat Zu­kunft" und wur­de mit ei­nem 2. Platz be­lohnt.

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