Naturdenkmal Nr. 65/35 "Vogelloch I"

Beschreibung

Das regenerierende Hochmoor ist das wertvollere von zwei Feuchtgebieten im „Vogelloch“ und zeigt alle Übergänge und Sukzessionsstufen von freien Torfstichen über Schwingrasen und Butt–Schlenken–Gliederungen bis zum Hochmoor mit größtenteils trockener Ausprä-gung. Am Rand der Moorgehölze, Fichten, Weißtannen, Faulbaum, Ohrweiden und Birken, wachsen die Kleinsträucher der Preißel- und Rauschbeeren.

Besonders schützenswert sind:

  • Die natürliche Sukzession mit ihren ausgeprägten Vegetationseinheiten und der darin heimische Tierwelt
  • Die oligotrophe Moorfläche als Ausgleich für die Eutrophierung der intensiv genutzten Landschaftsteile und wegen ihrer großen Wasserrückhaltefähigkeit
  • Das Feuchtgebiet als Glied einer Biotopvernetzung über die Europäische Wasserscheide hinweg
  • Die Butt–Schlenken–Komplexe als Lebensraum einer besonders seltenen und bedrohten Lebensgemeinschaft
  • Der Hochmoorschild als Ergebnis eines über Jahrtausende währenden Moorwachstum und die Torfstiche als Zeugen einer seit Jahrhunderten landschaftstypischen Wirtschaftsform
  • Die bedrohten und geschützten Arten:                                  Moorveilchen (Viola palustris)
    Moorbeere (Oxycoccus palustris)
    Sumpf-Blutauge (Comarum palustre)
    Fieberklee (Menyanthes palustris)
    Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre)
    Andromeda-Heide (Andromeda polifolia)
    Weiße Schnabelbinse (Rynchospora alba)
    Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum)
    Faden-Segge (Carex lasiocarpa)
    Alpen-Haargras (Trichophorum alpinum )

Gefährdung

Die Freiflächen werden durch Verbuschung und Entwässerung gefährdet. Dort sollte der Wasserhaushalt verbessert werden. Gehölzentnahme wird notwendig sein, um irreparable Schäden zu vermeiden. Im Moorwald sollte die Entwicklung zu einem artenreichen Birken–Kiefern–Fichten–Wald gesteuert werden (wobei Vernässungen eingeplant werden müssen).