Naturdenkmal Nr. 65/60 "Feuchtgebiet Wurzacher Ach bei Herbrazhofen"

Beschreibung

Das Feuchtgebiet setzt sich aus Röhrichten, Streuwiesen und Hochstaudenfluren zusammen. Südlich grenzt es an eine landschaftsfremde Fichtenaufforstung in der Tal-Aue, nach Norden reicht es verschieden weit in die landwirtschaftlich genutzte Grünlandfläche hinein.

Besonders schützenswert sind:

  • Das Relikt eines großflächigen Flachmoorkomplexes entlang der Wurzacher Ach als zeuge einer früher weit verbreiteten landschaftstypischen nährstoffarmen Grünlandnutzung
  • Die erhaltenen nährstoffarmen Vegetationsformen als Ausgleichsflache für die stark gedüngten und intensiv genutzten Wiesen auf trockeneren Standorten
  • Das Biotop als Glied einer Feuchtgebietsvernetzung entlang der Wurzacher Ach zum Populationsaustausch und als Rückzugsraum für artenreiche Lebensgemeinschaften
  • Der ehemalige Standort einer verschollenen Enzianart:         Schlauch-Enzian (Gentiana utriculosa)
  • Das Vorkommen einer in Baden-Württemberg stark bedrohten Libellenart:
    Gebänderte Prachtlebelle (Calopteryx splendens)
  • Der Lebensraum zahlreicher bedrohter und geschützter Pflanzen- und Tierarten:
    Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea)
    Färber-Scharte (Anthemis tinctoria)
    Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)
    Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris)
    Violetter Silberfalter (Brenthis ino)
    Brauner Waldvogel (Aphantopus hyperantus)

Gefährdung

Die Nutzungsgrenze muss durch weitere Einzelgehölze deutlicher markiert werden, um Düngereintrag und Frühmahd zu verhindern. Die Pflegeverträge sind räumlich noch auszudehnen und auf frühestens 15. September festzulegen, damit der Schwalbenwurz-Enzian noch aussamen kann.
Im Zuge der Bestandsumwandlung in der angrenzenden Fichtenaufforstung sollte künftig eine bessere Anbindung des Biotops an die Wurzacher Ach gesucht werden.