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Allgäu
Luftbild Gebrazhofen

Gebrazhofen

Ein­woh­ner

1858 (Stand 31.12.2020)

La­ge

Süd­west­lich der gro­ßen Kreis­stadt be­fin­det sich die Ort­schaft Ge­braz­hofen, be­stehend aus den drei Pfarr­ge­mein­den Me­raz­hofen, En­ge­raz­hofen und Ge­braz­hofen.

Ge­schich­te

In ei­ner Paps­tur­kun­de von 1249 wird der Ort als Egen­b­rechts­ho­fen erst­mals ur­kund­lich er­wähnt. 1353 wird im Li­ber Ta­xa­tio­nis et mar­x­aum con­stan­ti­en­te Ge­braz­hofen als Pfar­rei ge­nannt. Das Re­prä­sen­ta­ti­ons­recht ha­ben die Her­ren von Wuch­zen­ho­fen. Durch Mo­ritz von Land­au, der Vogt des Stif­tes Kemp­ten war, kam das Pa­tro­nats­recht an das Stift Kemp­ten. Durch Ein­wan­de­rung aus der Schweiz und Ty­rol wur­den die nach der Pest­zeit auf­ge­las­se­nen Hö­fe wie­der be­wohnt und die Fel­der be­wirt­schaf­tet.

Gebrazhofen Luftbild Im Som­mer 1635 traf der ers­te Postrei­ter der kai­ser­li­chen Reichs­post, die dem Erb­ge­ne­ral­post­meis­ter Graf Le­on­hard von Ta­xis vom Kai­ser Fer­di­nand II. am 3. Mai 1628 über­tra­gen wur­de, von Augs­burg – Mem­min­gen her­kom­mend in Ge­braz­hofen ein. Im da­ma­li­gen Gast­hof Hirsch (Zoll­sta­ti­on) war auch die Post­hal­te­rei un­ter­ge­bracht. In den dar­auf­fol­gen­den Jah­ren wuchs die Post­hal­te­rei zur statt­li­chen Post­kut­schen­li­nie.

Erst 1962 wur­de die Post­stel­le in ei­nen Neu­bau an der Vog­tei­stra­ße ein­ge­rich­tet, bis 1997 das end­gül­ti­ge Aus für die Post­stel­le Ge­braz­hofen er­folg­te.

Die Pfarr­kir­che wur­de 1689 für 4237 Gul­den im Re­nais­sance­stil um­ge­baut und er­wei­tert. Der Turm ist ver­mut­lich im 13. Jahr­hun­dert mit Find­lin­gen, Wa­cker­stei­nen und Fluss­stei­nen er­baut wor­den. Der Chor wur­de von der frü­he­ren Kir­che über­nom­men und den ös­ter­rei­chi­schen Zoll­be­am­ten der Zoll­sta­ti­on Ge­braz­hofen wur­de im Chör­lein ein Kir­chen­platz ein­ge­rich­tet.

1600 wird ein Den­th als Ober­zoll­ner er­wähnt. 1733 baut der Ober­zoll­ner Franz An­ton Joh­ler ein neu­es Wohn­haus, das er 1734 von dem Wes­o­brun­ner Stuk­ka­teur Jo­hann Schütz aus­stat­ten ließ. Das Ge­bäu­de mit 1993 re­no­vier­ter Stuck­de­cke dien­te, nach­dem es 1780 ver­kauft wur­de, zu­erst als Schu­le mit Leh­rer­woh­nung, bis 1965 das Rat­haus ein­ge­rich­tet wur­de.

1716 er­hielt der Haupt­ort der obe­ren Land­vog­tei am 11. No­vem­ber von Kai­ser Karl VI. das Markt­recht ver­lie­hen. Der Zoll war sehr be­deu­tend und wur­de auf jähr­lich 110.000 bis 120.000 Gul­den ge­schätzt.

Be­rech­nun­gen über Nut­zung der We­ge­s­tre­cken von Ulm über Mem­min­gen nach Lin­dau für mehr­spän­ni­ge bis sechs­spän­ni­ge Kut­schen mit We­ge- und Brü­cken­zoll sind be­legt, eben­so Trans­por­te von pfalz­baye­ri­schem Salz. Be­schwer­den über ho­hen Zoll sind eben­so zu ver­mer­ken wie Be­schwer­den von Ein­rich­tun­gen wei­te­rer Zoll­sta­tio­nen durch Ter­ri­to­ri­en der Reichs­städ­te. Die An­sied­lung zahl­rei­cher Hand­wer­ker ist ver­ständ­lich und 1768 wird den Ge­braz­ho­fer Hand­wer­kern ei­ne Uni­ver­sal Hand­werks­ord­nung ver­lie­hen als Ge­gen­pol zu den Zunft­ord­nun­gen der Frei­en Reichs­städ­te.

Für die Schran­ken­wär­ter an der ei­gens an­ge­leg­ten Stra­ßen­ver­en­gung, mit der Ge­braz­hofen bis heu­te sei­ne lie­be Not hat, gab es viel zu tun. 1802 am 2. Mai fiel Ge­braz­hofen an Bay­ern, in­des woll­te Ös­ter­reich die Ab­tre­tung nicht so leicht in Kauf neh­men und be­setz­te es noch 3 Jah­re lang. Die Vog­tei hat­te aber auch fort­lau­fen­de Stand­quar­tie­re zu un­ter­hal­ten.

1806 von Mai bis Sep­tem­ber wa­ren 16.000 – 20.000 Mann bay­ri­sche und fran­zö­si­sche Trup­pen im Quar­tier. 1810 wa­ren die Mi­li­tär­leis­tun­gen auf ei­ne statt­li­che Sum­me von 162.551 Gul­den an­ge­wach­sen. Mit der Ein­glie­de­rung in die bay­ri­sche Ober­ho­heit er­losch auch die be­vor­rech­tig­te Stel­lung der ehe­ma­li­gen Frei­en auf der Leut­kir­cher Haid und das Amt Ge­braz­hofen. Beim Staats­ver­trag durch Na­po­le­on wur­den die Gren­zen neu ge­zo­gen und Bay­ern über­ließ das Amt Ge­braz­hofen dem Kö­nig­reich Würt­tem­berg.

1934 wur­de die Pla­nung ei­ner Orts­um­fah­rung in An­griff ge­nom­men und ein Jahr da­nach er­baut, um den stei­len kie­si­gen Weg durch den Ort zu um­ge­hen. Erst 1955 wur­de die Orts­stra­ße mit ei­ner Teer­de­cke ver­se­hen und 1963 fand der Er­ör­te­rungs­ter­min für den Bau der B 18 statt, wel­che nun­mehr wie­der­um nach dem Bau der A 96 als Orts­um­ge­hung um­ge­baut wur­de.

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