Ver­an­stal­tung

Ausstellung: Erwin Henning "Wege"

Erwin Henning, Spaziergang durch die Wiesen, Leihgabe RP Tübingen
So, 16. Dezember 2018 bis So, 13. Januar 2019
Freitag bis Sonntag, Feiertage: 14:00 bis 17:00 Uhr
Heiligabend, 24.12. und Silvester, 31.12. geschlossen

Vernissage am Sonntag, 16.12.2018 um 11:00 Uhr.
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Beschreibung

Eine Ausstellung zum 25. Todesjahr des Leutkircher Malers und Ehrenbürgers Erwin Henning (1901-1993).


Die Stadt Leutkirch würdigt mit einer Ausstellung in der Galerie im Torhaus ihren Ehrenbürger, den Maler Erwin Henning. Mit einer Auswahl aus dem reichen Schaffen der in Leutkirch ab 1945 entstandenen Werke erinnert der Galeriekreis an den Maler.


An dem Leitmotiv „Wege“ wird in ca. 50 Gemälden und Aquarellen aus dem Nachlass und in Leihgaben sein künstlerischer Weg von den 50er bis in die 80er Jahre ablesbar. Gezeigt werden seine Landschaften in der Vielfalt seiner Bildfindungen und figürliche Darstellungen, z. B. Spaziergänger, Kinder und Paare in der Natur. Hennings Bildwelt seiner Leutkircher Jahre ist geprägt von schöpferischem Erfindungsreichtum mit heiter-ironischem Blick auf Natur und Mensch, feinem hintersinnigen Humor und Poesie. Seine Werke sind bis ins hohe Alter Zeugnisse einer schaffensfrohen künstlerischen Existenz.

Der Beginn einer künstlerischen Karriere in München

Von 1915 bis 1945 trat Erwin Henning trotz mehrfacher gesellschaftlicher, politischer und künstlerischer Umbrüche unbeirrbar seinen Weg als Maler an. Von 1928 bis 1933 war er zusammen mit bedeutenden Malern, Schriftstellern und  Musikern maßgebliches Mitglied bei dem avantgardistischen Künstlerverband „juryfreie“. Er erfuhr frühe Anerkennung und Preise, war in zahlreichen Ausstellungen in München und anderen Städten beteiligt und in der losen Ausstellungsgemeinschaft der „7 Münchner Maler“ vertreten.

Einschnitte durch den Nationalsozialismus und Krieg

Ab 1933 erlebte er die Gefährdung seiner künstlerischen Existenz im NS-Regime durch Auflösung der Künstlerverbände, 1936 Verhaftung durch die Gestapo wegen Verbindungen zu jüdischen Kunsthändlern und Beschlagnahmung seiner Korrespondenz, 1937 durch das Ausscheiden seiner Bilder aus dem Lenbachhaus bei der „Säuberungsaktion“ durch die NS.
Von 1935 bis 1940 verdiente er seinen Lebensunterhalt bei der Ausführung von Fresken. Durch den Auftrag in St. Martin als Mitarbeiter von Albert Burkart kam er 1936 nach Leutkirch, wo er  Irma Hurt kennen lernte, die er 1939 heiratete. 1941 wurde er zum Militär eingezogen, war im Einsatz als Bühnen- und Kriegsmaler, durchlebte als Sanitäter in Ostpreußen die Brutalität des Krieges.

Der Neuanfang in Leutkirch

1945 kam Erwin Henning zu seiner Familie nach Leutkirch, wo er sich erneut eine Existenz als Maler aufbaute. Eine Rückkehr ins zerbombte München war für die Familie mit zwei kleinen Kindern nicht realisierbar. Die Wandmalereien in der Spitalkirche Leutkirch und in der Kirche in Maierhöfen waren Startmöglichkeiten für seine künstlerische Betätigung. Bis in die 60er Jahre erhielt er Aufträge zur Ausgestaltung öffentlicher Gebäude. Henning wurde in seiner neuen Heimat  Leutkirch aufgenommen und angenommen, gewann Unterstützung und Wertschätzung durch Förderer, Sammler und Freunde. Die Stadt Leutkirch und ein engagierter Kreis von Kunstliebhabern ehrten ihn wiederholt mit Ausstellungen.

Eine Künstlerpersönlichkeit in Oberschwaben

Erwin Henning zählt in den 50 Jahren seines Wirkens in Oberschwaben zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten im Südwesten. Durch rege Ausstellungstätigkeit erfährt er allmählich Anerkennung, erhält zahlreiche Ehrungen und Preise, den Oberschwäbischen Kunstpreis, die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg, das Bundesverdienstkreuz, den Kunstpreis des Künstlerbundes Baden-Württemberg und den Titel Professor. Er ist Vorstands- und Jurymitglied der Sezession Oberschwaben Bodensee. Sein Leben lang hält er Verbindung zu München als Juror der „Secession München“. Die Stadt München verleiht ihm den Schwabinger Kunstpreis. 1990 wird Erwin Henning Ehrenbürger der Stadt Leutkirch. In Memoriam ehrt ihn Leutkirch mit dem Erwin-Henning-Weg.

Vernissage

Sonntag, 16.12.2018, 11:00 Uhr
Mark R. Hesslinger M.A., Kustos der Kunststiftung Hohenkarpfen, spricht einführende Worte zur Ausstellung.

"Eine Stunde Kunst"

Mittwoch, 2. Januar 2019, 18:30 Uhr
Gesprächsrunde zum Thema der Ausstellung mit Otto Schöllhorn vom Galeriekreis Leutkirch.

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Veranstaltungsort
Galerie im Torhaus
Schneegasse 10
88299 Leutkirch im Allgäu
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Hinweise
Die Veranstaltungsräume sind nicht barrierefrei.

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Veranstalter
Galeriekreis Leutkirch
Stadt Leutkirch
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