Stadtnachricht

Neues Hospiz Ursula eingeweiht


Schon am Vorabend war die Freude groß, als Vertreter aus Politik und Kirchen, Institutionen und Unternehmen, Sponsoren und Handwerker im Hospiz Ursula zusammengekommen waren, um den Ort feierlich einzuweihen und seiner Bestimmung zu übergeben.

Hospiz Ursula - ein Ort der Begleitung und der Fürsorge für das Westallgäu und Oberschwaben

„Es gibt nicht viel, das so alltäglich ist, wie der Tod. Denn jeder von uns ist mal dran.“ Manne Lucha, Minister für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg fand wie immer prägnante Worte. Es brauche, so der Minister weiter, „eine gute Sorgekultur.“ Denn Sterben sei keine einfache Sache und es werde zu wenig darüber geredet. Er dankte der St. Elisabeth-Stiftung als Betreiberin des Hospizes, dass sie sich „als großes Rückgrat so nachhaltig und konzeptionell für diese Sorgekultur einsetzt.“

Für Stiftungsvorstand Peter Wittmann war es an diesem Abend wichtig, „den vielen, vielen Menschen, Institutionen und Firmen zu danken, die Verantwortung übernommen und diesen besonderen Ort in dieser Form und mit dieser Qualität erst möglich gemacht haben. Das war nur im `Wir´ und im `Gemeinsam´ zu schaffen.“

Als Hausherr des im ehemaligen Krankenhaus entstandenen Verwaltungs- und Gesundheitszentrums Leutkirch freute sich Landrat Harald Sievers, dass das Gebäude jetzt wieder „voll belegt und voller Leben ist.“ Sterbende und ihre Angehörigen fänden hier „bestmögliche Rahmenbedingungen und Unterstützung.“ Auch er richtete Dankesworte an die St. Elisabeth-Stiftung und an Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle. „Sie haben sich als OB mit einer ganz besonderen Kraft für das Hospiz eingesetzt.“

Ein Teil wird über Spenden finanziert

Das Hospiz ist für den Gast kostenfrei. 95 Prozent der Kosten übernimmt die Krankenkasse, fünf Prozent werden aus Spenden finanziert. Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass in Leutkirch bei Bürgern, Vereinen und Unternehmen viel Unterstützungsbereitschaft für das Hospiz spürbar sei. „Diese tolle, für ganz viele Menschen in der Region wertvolle Einrichtung ist ein großes Beispiel für unsere Gesellschaft.“ Und weiter: „Ich bin stolz, dass ich in diesem Land leben darf, wo die große Mehrheit zusammensteht und jeder Mensch als Mensch bewertet wird.“
 
Festliche Tuba-Klänge eines Quartetts der Jugendmusikschule Leutkirch umrahmte die Feier, an deren Ende der evangelische Pfarrer Volker Gerlach und der katholische Pastoralreferent Benjamin Sigg gemeinsam um den Segen Gottes für das Hospiz Ursula und alle Menschen, die hier ein- und ausgehen, baten. Peter Wittmann übergab die Räumlichkeiten an Einrichtungsleitung Evelyn Mauch und ihr Team, die hier schon Anfang Juli die ersten Gäste aufnehmen werden. „Ihr seid das Herz und die Seele dieser Räume, die ihr nun mit Leben, Menschlichkeit und Liebe füllt.“

Wohnzimmer als Herzstück

Wie tags darauf die Bevölkerung besichtigten auch die Gäste der Einweihungsfeier das Hospiz. Die acht behaglich eingerichteten Einzelzimmer, das Wohlfühlbad, der Raum der Stille und als „Herzstück“ das Wohnzimmer, dessen Balkon den Blick ins Grüne und auf die Alpen freigibt, fanden bei allen Besuchern großen Anklang. „Hier ist keine Krankenhausatmosphäre, das find ich toll“, war zu hören. Oder: „Der Balkon ist eine riesige Bereicherung. Gut, dass daran nicht gespart wurde.“

Mitarbeitende der Hospize Schussental in Ravensburg und des Haus Maria in Biberach (beide St. Elisabeth-Stiftung) standen den Besuchern am Tag der offenen Tür ebenso für Fragen zur Verfügung wie Vertreter der ambulanten Hospizgruppe und der Bürgerstiftung Leutkirch. Die Allgäuer Landfrauen, die A-Jugend des FC Leutkirch, die 10. Klasse des Gymnasiums und der Musikverein Gebrazhofen sorgten für Stärkung und Erfrischung und die Stadtkapelle Leutkirch für musikalische Unterhaltung. Die Leutkircher Montagsmaler hatten Kunstwerke ausgestellt, die zugunsten des Hospizes verkauft werden.
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St. Elisabeth-Stiftung