Stadtnachricht

Leutkirch Leuchtet setzt Zeichen


Die Initiatoren von "Leutkirch Leuchtet" im Gespräch

Der gemeinsame Nenner: „Wir wollen zeigen, Demokratie ist nicht nur die Sache von Politikern und Beamten, die in Parlamenten und Amtsstuben dafür sorgen dass Demokratie herrscht. Es ist heute wichtiger denn je sich klar zu machen, dass Demokratie von den Bürgern ausgeht und für sie da ist. Wir alle zusammen sind für unser Gemeinwesen verantwortlich, gestalten es und müssen uns für dafür einsetzen“ beschreibt Hubert Moosmayer vom Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie den Hintergrund der Idee. „Eine Stadt setzt ein Zeichen für Demokratie und alle machen mit“, so die Initiatoren.

„Ausgangspunkt für das reichhaltige Rahmenprogramm und letztlich auch für das Entstehen der Idee, daraus eine Art Mitmachkampagne zu entwickeln, ist die Anne-Frank Ausstellung, die vom 12.3. bis zum 4.4. in der Geschwister Scholl Schule zu sehen sein wird“, erläutert die Koordinatorin des Bundesprogramms Maria Hönig. Diese Ausstellung bietet einen eindrucksvollen Einblick in die Welt der Anne Frank. Sie schafft es unter anderem über die Ausbildung von Schülern zu Ausstellungsbegleitern, einen Transfer in die heutige Zeit herzustellen. Die Besucher werden mit der Frage konfrontiert, welche Mechanismen dazu geführt haben, dass in der Zeit des Dritten Reiches eine Gesellschaftsform entstehen konnte, die durch Hass, Ausgrenzung und Verfolgung geprägt war.

Die Aktionswochen „Leutkirch Leuchtet“ wollen ein Zeichen setzen. Ein Zeichen für Demokratie und eine weltoffene und tolerante Haltung in der Gesellschaft. Dies soll mit einem besonderen Experiment befördert werden: Alle Leutkircher Unternehmen, der Einzelhandel, die Verwaltungen, die Vereine, Schulen und sonstige Organisationen und Einrichtungen sind aufgerufen, sich über die Internetseite www.leutkirch-leuchtet.de zu registrieren. Die dadurch
entstehende Liste setzt ein Zeichen, das Leutkirch sichtbar zu einem Ort der Vielfalt und Offenheit macht. Unternehmen werden um einen kleinen finanziellen Beitrag gebeten, damit die Aktion finanziert werden kann. Für alle anderen ist die Registrierung unentgeltlich. „Wir haben im Vorfeld sehr viel Zuspruch bekommen und hoffen nun, dass sich viele Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen registrieren werden. „Für die Teilnehmenden ist es ein kleiner Schritt mit großer Wirkung“ ergänzt Maria Hönig und hofft auf große Resonanz auf den Aufruf.

Die Aktionswochen beginnen bereits am Sonntag, 10. Februar mit einem Theaterstück der Württembergischen Landesbühne Esslingen. Das „Das Tagebuch der Anne Frank“ steht auf dem Programm. Es folgen ein Abend über die Frage wie man rechten Parolen am besten begegnen kann, eine Konzertlesung und ein Vortrag über rechte Musik als Einstiegsdroge. Die Vorführung des Films „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ und ein Vortrag und eine Diskussion mit den Machern des Blogs „allgäu rechtsaußen“ runden das Programm ab. Ergänzt werden die Aktionswochen durch einen Fotowettbewerb mit der Aufgabenstellung „Die Vielfalt macht den Unterschied“. Wertvolle Preise werden bei der Abschlussvernissage am 4. April 2019 vergeben und auch das Publikum des Abends darf mitbestimmen.

„Wir haben an der Initiative Leutkirch Leuchtet von Beginn an aktiv mitgearbeitet, weil wir Projekte anschieben möchten, die Menschen einbeziehen und die zur Beteiligung anregen“, führt der Vorstand der elobau Stiftung Peter Aulmann aus. „In der heutigen Zeit ist es entscheidend, eine Position bei wichtigen Themen zu haben. Meinungslosigkeit ist genauso wie Passivität ein Problem – insofern freuen wir uns über jeden, der mit uns ein Zeichen setzt“, ergänzt er.
Leutkirch Leuchtet hat das Potenzial, eine wertvolle Maßnahme zu werden, die nicht nur Impulse setzt, sondern auch Menschen verbindet.
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