Gedenkstätte bei Diepoldshofen

Gedenkstätte bei Diepoldshofen

An der Stra­ße von Die­polds­ho­fen nach Bau­ho­fen am Ran­de ei­nes Wald­vor­sprungs er­in­nert ein Stein­kreuz an die Grab­stät­te von 15 deut­schen
Sol­da­ten, die am 26. April 1945, zwei Ta­ge vor dem Ein­marsch der fran­zö­si­schen Trup­pen, im Die­polds­ho­fe­ner Wald er­schos­sen wur­den. Am Ort der Hin­rich­tung steht seit 1995 ein Ge­denk­stein.

In der Nacht vom 24. auf den 25. April 1945 war Haupt­mann Ot­to Sieb­ler, Kom­man­deur des be­weg­li­chen Hee­res­ge­fäng­nis­ses der 19. Ar­mee mit 120 Straf­ge­fan­ge­nen der Wehr­macht von Wald­kirch über Heu­berg, Sig­ma­rin­gen und Wald­see nach Die­polds­ho­fen ge­kom­men und hat­te dort in der Grös­ser­müh­le für zwei Ta­ge Quar­tier ge­macht. Un­ter den Ge­fan­ge­nen be­fan­den sich 45 zum To­de ver­ur­teil­te Sol­da­ten. 15 da­von, jun­ge Män­ner im Al­ter von 20 bis 31 Jah­ren, ließ Haupt­mann Ot­to Sieb­ler dort im Wald na­he Die­polds­ho­fen am 26. April 1945 er­schie­ßen. Sieb­ler setz­te da­mit „pflicht­be­wusst“ die Voll­stre­ckungs­be­feh­le um, die ihm am 19. April in ei­nem Bau­ern­haus in Gall­manns­weil im Kreis Stock­ach aus­ge­hän­digt wor­den wa­ren. Nur ei­ner der ur­sprüng­lich 16 Tod­ge­weih­ten über­leb­te, er war recht­zei­tig ge­flo­hen.

Heu­te stellt sich die Fra­ge, ob die­se 15 zum Tod ver­ur­teil­ten Ge­fan­ge­nen we­ni­ge Ta­ge vor Kriegs­schluss wirk­lich noch ster­ben muss­ten. Hät­te Sieb­ler den Voll­zug ih­rer Hin­rich­tung nicht noch um ei­ni­ge Ta­ge hin­aus­zö­gern kön­nen? Ge­gen Ot­to Sieb­ler wur­den in den 1950er Jah­ren zwei Ver­fah­ren
ein­ge­lei­tet und auch wie­der ein­ge­stellt. Sieb­ler wur­de da­mals „im ju­ris­ti­schen Sin­ne kei­ne Schuld“ nach­ge­wie­sen, hat­te er doch zu je­ner Zeit „rechts­kräf­ti­ge Ur­tei­le“ um­ge­setzt.